Oberkörper eine Frau vor einem beigen Hintergrund

IKK Promed-Newsletter: Brustkrebs

Yoga bei Brustkrebs: Unterstützung für Körper und Seele

Brustkrebs verändert oft auch das Gefühl für den eigenen Körper. Yoga bietet einen ruhigen Weg, wieder in Bewegung zu kommen und neues Vertrauen in die eigene Kraft zu gewinnen. Die Übungen fördern die Beweglichkeit, können Müdigkeit lindern und das Wohlbefinden stärken – immer angepasst an die eigene Belastbarkeit und die aktuelle Behandlung.

Positive Effekte von Yoga bei Brustkrebs

Sanfte Bewegung, bewusste Atmung und Achtsamkeit: Yoga kann Körper und Psyche auf verschiedene Weise unterstützen.

Mehr Energie bei Erschöpfung

Anhaltende Erschöpfung gehört zu den häufigsten und belastendsten Folgen einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung. Selbst kleine Aufgaben können anstrengend sein, Konzentration und Leistungsfähigkeit lassen nach. Yoga kann helfen, diese sogenannte Fatigue zu lindern. Deshalb empfiehlt auch die medizinische Leitlinie Yoga als unterstützende Maßnahme während und nach der Krebstherapie.

Mehr Ruhe für die Nacht

Auch beim Schlaf kann Yoga unterstützen. Wer abends besser zur Ruhe kommt, schläft oft tiefer und erholsamer. Regelmäßige Yoga-Übungen können das Einschlafen erleichtern und die Schlafqualität verbessern.

Mehr Entspannung bei Wechseljahresbeschwerden

Hitzewallungen, innere Unruhe und Reizbarkeit können infolge einer Brustkrebstherapie zunehmen. Yoga und Achtsamkeitsübungen bringen viele Betroffene wieder mehr ins Gleichgewicht. Das kann Wechseljahresbeschwerden abmildern und das Wohlbefinden stärken.

Mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge

Yoga lädt dazu ein, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen bewusster wahrzunehmen und zu respektieren. Genau darin liegt für viele eine besondere Stärke dieser Praxis: nicht leisten zu müssen, sondern achtsam mit sich umzugehen – zunächst auf der Yogamatte und nach und nach auch im Alltag.

Worauf Sie achten sollten

Yoga sollte bei Brustkrebs immer zur aktuellen Behandlung und zur eigenen Belastbarkeit passen:

  • Direkt nach einer Operation ist anstrengende Bewegung meist noch nicht sinnvoll.

  • Während oder kurz nach einer Chemo- oder Strahlentherapie braucht der Körper oft mehr Schonung.

  • Bei stärkeren Schmerzen sollte eine Übung sofort abgebrochen werden.

  • Wichtig ist die ärztliche Rücksprache bei fortgeschrittenem Brustkrebs, Knochenmetastasen oder zusätzlichen Erkrankungen wie Osteoporose.

Gut begleitet in Bewegung kommen

Ein guter Einstieg gelingt am besten mit professioneller Anleitung – idealerweise in einem Kurs, der auf gesundheitliche Einschränkungen Rücksicht nimmt. Wenn Sie Yoga, Entspannungsübungen oder andere Sportarten ausprobieren möchten, finden Sie in unserer Kursdatenbank qualitätsgeprüfte Angebote vor Ort und online.

Gesundheitskurs finden

Schutz für ein geschwächtes Immunsystem: Impfungen bei Brustkrebs

Schon eine einfache Erkältung kann zur ernsten Gefahr werden – denn während einer Brustkrebstherapie ist das Immunsystem oft stark geschwächt. Viren oder Bakterien können bei Krebspatientinnen schwere Infektionen auslösen. Genau deshalb rücken Schutzimpfungen in den Fokus: Sie sind eine wichtige Maßnahme, um Infektionen vorzubeugen.

Patientin bekommt nach ihrer Impfung ein Pflaster aufgeklebt © GettyImages

Beachten Sie den Zeitpunkt der Impfung

Idealerweise sollte der Impfstatus vor Beginn der Brustkrebstherapie in Ihrer Arztpraxis überprüft werden. Anhand des Impfausweises lässt sich feststellen, ob Auffrischungen oder Nachholimpfungen notwendig sind.

Während der Therapie sind Impfungen mit Totimpfstoffen (z. B. gegen Grippe oder COVID-19) möglich und sicher, jedoch kann die Wirksamkeit bei einem geschwächten Immunsystem eingeschränkt sein. Lebendimpfstoffe (z. B. gegen Masern) dürfen während der Behandlung nicht eingesetzt werden.

Nach der Therapie sollten Impfungen mit Totimpfstoffen erst ab drei Monaten und Lebendimpfstoffe ab sechs Monaten nachgeholt werden, da sich das Immunsystem erst erholen muss.

Empfohlene Impfungen für Krebspatientinnen und Krebspatienten:

  • Besonders wichtig sind die Grundimmunisierungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten sowie individuell empfohlene Impfungen gegen Masern und COVID-19.

  • Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen Grippe, Pneumokokken (Lungenentzündung) und Gürtelrose.

  • Patientinnen und Patienten ab 75 Jahren wird eine Impfung gegen RSV (respiratorisches Synzytial-Virus) empfohlen.

  • Zusätzlich rät die Onkologisch-Hämatologische Fachgesellschaft (DGHO) zu Impfungen gegen Hepatitis B und Meningokokken, um weiteren Infektionen vorzubeugen.

In enger Absprache mit Ihrer Arztpraxis lässt sich ein Impfplan erstellen, der optimal auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt ist. Auch Angehörige von Menschen mit Brustkrebs sollten auf ihren Impfschutz achten, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

Hilfreich im Alltag ist dabei auch eine digitale Unterstützung. Mit dem GesundheitsCockpit in der IKK classic-App behalten Sie empfohlene Impfungen und Ihren aktuellen Impfstatus leichter im Blick. 

Impfschutz digital organisieren

IKK Promed

Ob Brustkrebs, Asthma, COPD, Diabetes Typ 1 und Typ 2, Koronare Herzkrankheit, Osteoporose oder rheumatoide Arthritis: IKK Promed versorgt Sie mit strukturierten Behandlungsprogrammen, bezieht Sie in Entscheidungen mit ein und ermöglicht Ihnen so einen selbstbestimmten Umgang mit Ihrer chronischen Krankheit.

Mehr über IKK Promed: Brustkrebs

Mit sanfter Pflege durch die Krebstherapie: Tipps für Haut und Nägel

Die Krebstherapie trifft nicht nur den Tumor. Auch Haut und Nägel können darunter leiden. Oft zeigen sich die Veränderungen erst nach einigen Tagen oder Wochen. Nicht alle Patientinnen und Patienten sind davon betroffen. Dennoch ist es hilfreich zu wissen, ob und welche Veränderungen möglich sind – und was Sie selbst dagegen tun können.

Warum Haut und Nägel empfindlicher werden

Krebsmedikamente greifen vor allem Zellen an, die sich schnell teilen. Dazu gehören auch Zellen von Haut und Nägeln. Bei einer Strahlentherapie wird zusätzlich gesundes Gewebe im bestrahlten Bereich belastet. Die Folgen können sehr unterschiedlich sein: Die Haut kann trocken werden, spannen, jucken, schmerzen oder einreißen. Auch Rötungen, Knötchen, Pusteln und Entzündungen kommen vor. Nägel können empfindlich werden, sich verfärben, leichter einreißen oder schneller brechen. 

Die gute Nachricht: Sobald die Krebsbehandlung abgeschlossen ist, erholen sich Haut und Nägel in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder.

So schützen Sie Haut und Nägel im Alltag

Mit der richtigen sanften Pflege können Sie möglichen Nebenwirkungen der Brustkrebsbehandlung an Haut und Nägeln vorbeugen oder Beschwerden lindern. Hilfreich ist vor allem:

  • Hände und Nägel regelmäßig eincremen: Beginnen Sie möglichst schon vor der Behandlung mit einer rückfettenden Basispflege, zum Beispiel mit Harnstoff. Das schützt die Haut und Nägel davor auszutrocknen und unterstützt sie dabei, sich zu erholen.

  • Milde Pflegeprodukte verwenden: Gut geeignet sind parfümfreie, pH-neutrale und rückfettende Pflegeprodukte. Make-up sollten Sie möglichst sparsam verwenden, am besten auf Wasserbasis. Aftershave-Produkte sollten keinen Alkohol enthalten.

  • Die Haut beim Rasieren schonen: Verzichten Sie möglichst auf die tägliche Nassrasur, da dabei die obere Hautschicht mit der Rasierklinge abgetragen wird.

  • Kurz duschen und baden: Langes Duschen, Baden, häufiges Händewaschen und heißes Föhnen können die Haut zusätzlich austrocknen.

  • Sonne und Hitze meiden: Während und nach der Therapie reagiert die Haut oft empfindlicher auf UV-Strahlung. Schützen Sie sich deshalb mit Kleidung, Kopfbedeckung, Schatten und geeignetem Sonnenschutz. Für bestrahlte Haut sollten immer die Empfehlungen Ihres Behandlungsteams gelten.

Hautprobleme: Nicht allein mit Ihren Fragen

Haut- und Nagelveränderungen können nicht nur unangenehm sein, sondern auch belasten. Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam darauf an. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Hautärztin oder ein Hautarzt helfen.

Auch die seelische Belastung sollten Sie ernst nehmen. Psychoonkologinnen und Psychoonkologen können Ihnen helfen, mit Ihren Sorgen und Nöten umzugehen. Vielen Betroffenen helfen auch Gespräche mit anderen Menschen in einer ähnlichen Situation, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.

Pflege-Mythen im Check

Rund um Hautpflege bei Brustkrebs kursieren viele Tipps – nicht alle davon sind sinnvoll.

  • Spezielle Shampoos gegen Haarausfall: Solche Produkte werden oft beworben. Wissenschaftlich belegt ist ihre Wirkung bisher nicht.

  • Babypuder bei bestrahlter Haut: Davon raten Fachleute eher ab. Puder kann die Haut austrocknen und verkleben.

  • Deodorants erhöhen das Rückfallrisiko: Dafür gibt es nach heutigem Wissensstand keinen wissenschaftlichen Beleg.

  • Sonnencreme fördert Rückfälle: Auch das ist nicht belegt. Bei vorgeschädigter oder bestrahlter Haut sollten Sie Pflegeprodukte aber immer mit dem Behandlungsteam abstimmen.

Frau sitzt entspannt auf einem Stuhl und verschränkt die Hände hinter dem Kopf

Kursangebote

Onlinekurse Entspannung und Stressbewältigung

Eine Krebstherapie belastet nicht nur den Körper, sondern oft auch die Seele. Unsere Onlinekurse helfen Ihnen dabei, Anspannung abzubauen, zur Ruhe zu kommen und im Alltag neue Kraft zu schöpfen – zum Beispiel mit autogenem Training oder Hatha Yoga. Zu den Online-Entspannungskursen

Neues aus dem Disease-Management-Programm (DMP)

  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) legt erste Grundlagen für digitalisierte Versorgungsprozesse

    Mehr erfahren

Download: IKK Promed-Newsletter Brustkrebs

IKK Promed-Newsletter im Überblick

Auch interessant für Sie:

  • Frau stützt zufrieden ihren Kopf auf ihren Händen ab und schaut in die Gegend.
    Leben

    Tipps für mehr Selbstwirksamkeit: Test, Übungen und Beispiele

    Artikel lesen
  • Frau isst ein Brötchen mit Avocado.
    Ernährung

    Entzündungshemmende Ernährung: Die besten Lebensmittel gegen stille Entzündungen

    Artikel lesen
  • Frau sprüht Parfum auf Teststreifen
    Leben

    Parfüms und Duftartikel: Wie schädlich sind ihre Inhaltsstoffe?

    Artikel lesen